Ich bin Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden, aber... wer wird mir glauben, wenn es keine Zeugen gibt? - Sagué Abogados penalistas
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Ich bin Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden, aber… wer wird mir glauben, wenn es keine Zeugen gibt?

Ich bin Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden, aber… wer wird mir glauben, wenn es keine Zeugen gibt?

Was geschieht, wenn die einzigen Beweise, die den Angeklagten für ein Verbrechen des sexuellen Missbrauchs oder der sexuellen Nötigung belasten, die Aussage des angeblichen Opfers ist?

Was geschieht, wenn wir keine direkten Zeugen für den Sachverhalt haben, die die Version des Beschwerdeführers bestätigen können?

Nun, die Aussage des OpfersDies wurde in der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs und des Verfassungsgerichts bereits mehrfach anerkannt, kann als ausreichender Beweis angesehen werden, um die Unschuldsvermutung des Angeklagten aufzuheben, selbst wenn es sich um den einzigen direkten Beweis für den Sachverhalt handelt, was bei Straftaten gegen die sexuelle Freiheit und Entschädigung häufig der Fall ist, die in der Regel in einem privaten Raum ohne Dritte stattfinden.

Wir müssen also wissen, welche Faktoren wichtig sind, um die Aussage des Opfers als ausreichend für die Verurteilung einer Person wegen sexuellen Missbrauchs oder sexueller Nötigung zu betrachten.

In diesem Sinne hat unsere Rechtsprechung eine Reihe von Anforderungen aufgestellt, die bei der Bewertung der Glaubwürdigkeit der Version des mutmaßlichen Opfers zu berücksichtigen sind. Diese Kriterien lauten wie folgt (siehe u.a. Urteil des Obersten Gerichtshofs 118/2019 vom 6. März):

1º. Fehlen des subjektiven Unglaubens: es muss überprüft werden, dass die Aussage des Opfers nicht aus Groll, Rache oder Feindschaft oder aus anderen falschen Absichten gegen die gemeldete Person gemacht wurde, was ihre Glaubwürdigkeit beeinträchtigen könnte.

2º. Glaubwürdigkeit der Zeugenaussage: Die Aussage des Opfers muss logisch, glaubwürdig, kohärent und widerspruchsfrei sein und durch objektive Daten peripherer Art, wie z. B. einen medizinischen und/oder psychologischen Bericht des Opfers, Bilder oder einen indirekten Zeugen des Sachverhalts, untermauert werden.

3º. Hartnäckige BeschuldigungenDas Opfer muss während des gesamten Verfahrens dieselbe Geschichte erzählen (keine wesentlichen Änderungen bei den aufeinanderfolgenden Aussagen), seine Aussage muss konkret und eindeutig sein.

Wenn also bei mutmaßlichen Straftaten die Aussage des Opfers das einzige belastende Beweismittel ist, muss der Richter anhand der oben genannten Parameter beurteilen, ob diese Aussage als hinreichendes belastendes Beweismittel ausreicht, um die Unschuldsvermutung des Angeklagten zu zerstören und ihn daher wegen der verfolgten Taten zu verurteilen.

Daher ist es sehr wichtig zu bedenken, dass für die Auch wenn es sich um eine Körperverletzung oder Misshandlung handelt, die ohne Zeugen begangen wurde, bedeutet dies nicht automatisch, dass gegen den mutmaßlichen Angreifer kein Strafverfahren eingeleitet werden kann, das zu seiner Verurteilung und Inhaftierung führt.